Sind VPNs beim Online Gaming eine gute Idee?

Mit einem VPN, einem virtuellen privaten Netzwerk, können Nutzer ihre Privatsphäre im Internet schützen, indem die IP-Adresse und sämtliche zu sendenden und empfangenen Daten „maskiert“ werden. Normalerweise werden VPNs für das Streaming oder für sichere Verbindungen innerhalb einer Unternehmensumgebung verwendet, doch mittlerweile haben die Anbieter eine neue Zielgruppe ausgemacht: die Gamer. Meist stellen sie die Behauptung auf, dass durch ihre VPNs die Latenz verbessert wird oder dass es möglich ist, außerhalb der Region zu spielen.

VPNs: In einigen Ländern eine gängige Praxis

VPNs werden gern verwendet, um gesperrte Webseiten aufzurufen, Glücksspiel im Internet zu nutzen oder um Verfolgung und Zensur zu verhindern. VPN-Server sind ein wichtiger Bestandteil des World Wide Web, weil sie das Netz durch ihre Dienste freier machen. Prinzipiell kann man auch ein Online Casino über eine VPN-Verbindung besuchen, etwa um dem Glücksspielportal so vorzugaukeln, dass man sich in einem anderen Land befindet. Ermöglicht wird dies dadurch, dass die VPN-Dienstleister verschiedene Server-Adressen anbieten, mit denen sich der Nutzer verbindet und so die eigene IP-Adresse verschleiert, da der besuchten Webseite die IP-Adresse des VPN-Servers präsentiert wird.

So kann beispielsweise das Geo-targeting in die Irre geführt werden. In Ländern, in denen bestimmte Webseiten zensiert oder nicht zugänglich sind, kann die Sperre durch die Nutzung eines virtuellen Netzwerks eventuell umgangen werden. Wer also per VPN in einem Online Casino spielt, gaukelt dem Anbieter vor, dass er sich in einem anderen Land befindet. Da Glücksspiele in vielen Ländern verboten sind, ist der Besuch virtueller Spielhallen ohne diesen Umweg nicht möglich.

Die IP-Adresse gibt nämlich auch an, aus welchem Land sich der Spieler einwählt. Durch die Nutzung eines VPNs kann sich der Spieler allerdings dennoch registrieren und theoretisch eine Einzahlung vornehmen – vorausgesetzt, die zugewiesene VPN IP-Adresse zeigt auf ein Land, dessen Bürger dort ein Konto eröffnen dürfen. Einige Spieler nutzen VPN-Dienste sogar, um sich mit mehreren Accounts zu registrieren und so den Willkommensbonus mehrmals zu beanspruchen.

Allerdings ist die Nutzung von VPNs in Online Casinos verboten. Das hat mit den Gesetzen der einzelnen Länder in Bezug auf das Glücksspiel zu tun. Durch die Verschleierung der eigenen IP-Adresse bricht der Spieler das Gesetz seines Landes, ebenso wie der Casinoanbieter. Dies kann zu großen Problemen führen, etwa zum Verlust der Glücksspiellizenz. Aus diesem Grund ist in den AGB der Online Casinos grundsätzlich angegeben, dass die Nutzung virtueller privater Netzwerke nicht gestattet ist. Wer dennoch spielen möchte, kann das Casino Spiel kostenlos ohne Anmeldung nutzen – dabei spielt es keine Rolle, ob mit VPN oder ohne.

In einem Online Casino versehentlich über VPN gespielt?

Das Spiel per VPN in einem Online Casino aus einem Land, in dem Glücksspiel verboten ist, ist nicht zu empfehlen. Denn der Spieler riskiert, dass er seine Gewinne nicht ausgezahlt bekommt. Außerdem muss das Mitgliedskonto direkt nach der Registrierung oder spätestens bei der ersten Auszahlung verifiziert werden. Dafür muss der Kunde Dokumente über seine Identität und seinen Wohnsitz einreichen. Ist Online Glücksspiel am Wohnsitz des Spielers nicht gestattet und hat sich der Kunde über einen VPN-Dienst registriert, wird der Casinobetreiber das Konto schließen und die Gewinne nicht auszahlen.

Sollten Sie sich versehentlich über ein virtuelles Netzwerk in einer Online Spielhalle eingeloggt und gespielt haben, etwa über ein im Browser integriertes VPN, dann sollten Sie den Kundendienst umgehend darüber informieren.

Ein anderes Szenario ist, wenn der Spieler in einem Land Urlaub macht, in dem Glücksspiele verboten sind und er auf seiner Plattform, bei der er bereits registriert ist, spielen möchte. Sollte die Webseite gesperrt sein, kann diese Sperre mit Hilfe einer VPN umgangen werden. Doch auch hier ist es ratsam, sich vorab mit dem Kundensupport in Verbindung zu setzen, denn einige Anbieter erlauben dies und andere nicht.

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